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Korfu 02. - 09. Mai 2009 Auch 2009 musste wieder eine griechische Insel für unsere herpetologische Mai-Reise herhalten. Diesmal ging es für 8 Tage nach Korfu. Schon bei der Ankunft auf der "grünen Insel" sahen wir, dass Korfu diesem Namen wirklich gerecht wird und die Einheimischen erzählten uns sofort, dass es schon seit Jahren nicht mehr so viel geregnet hätte wie in den letzten Wochen... Während unseres Aufenthalts hatten wir jedoch großes Glück und mussten nur ein Unwetter samt erbsengroßer Hagelkörner miterleben. Ansonsten war es durchweg sonnig bei gefühlt sehr warmen Temperaturen um 22°C. Das nun sehr gute Wetter und die vorherige Feuchtperiode wirkten sich wahrscheinlich positiv auf unsere Funde aus. Von insgesamt 26 auf der Mittelmeerinsel vorkommenden Reptilien- und 8 Amphibienarten konnten wir 22 Reptilienarten und 4 Amphibienarten beobachten. Dabei haben wir versucht, möglichst unterschiedliche Habitate auf der gesamten Insel abzudecken, wobei es uns doch nicht gelang, alle Regionen zu erkunden. Schon am ersten Tag begeisterte uns die Insel mit mehreren sehr artenreichen Habitaten: neben vielen Scheltopustik Pseudopus apodus thracius fanden wir mehrere Westliche Riesensmaragdeidechsen Lacerta t. trilineata und gleich zu Beginn ein ca. 1,70 m großes Exemplar der Vierstreifennatter Elaphe q. quatuorlineata. Bemerkenswert war in einer Gegend auch die hohe Anzahl der Griechischen Landschildkröten Testudo hermanni boettgeri... über 20 Stück sahen wir in einem relativ kleinen Gebiet. Stets in Wassernähe waren viele Frösche Pelophylax epeiroticus / zu sehen, um so mehr wunderte uns der Fund eines Springfroschs in einem trockenen Grasgebiet. Die erste Schlanknatter Platyceps najadum dahli entwischte unseren Fotoapparaten, ebenso eine Eidechsennatter Malpolon monspessulanus insignitus, die wir an diesem Tag mehrmals sahen. In einem alten Schuppen fanden wir Europäische Halbfingergeckos Hemydactylus turcicus und zugleich ihren Fressfeind - eine juvenile Schlanknatter - die dort auf ihre Beute lauerte. Auf der gesamten Insel sind Prachtkieleidechsen Algyroides n. nigropunctatus zu sehen; die Männchen sind wirklich bemerkenswert schön gefärbt. Die Population des Harduns, hier die Nominatform Laudakia s. stellio, die scheinbar auf Aussetzung oder Einschleppung beruht, hat sich in den vergangenen Jahren von der Hauptstadt Kerkyra immer weiter ausgebreitet. Wir konnten die Agamen in geeigneten Habitaten fast flächendeckend in der genannten Region beobachten. Und erfreulicherweise lebten eine Menge Hardune direkt auf dem Grundstück unserer Ferienwohnung. Der zweite Tag begann sehr warm - zumal wir den Morgen in einer trockeneren Gegend verbrachten. Sympatrisch kamen hier Lacerta t. trilineata und die Östliche Smaragdeidechse Lacerta viridis meridionalis vor. Nach der adulten Elaphe q. quatuorlineata vom Vortag entdeckten wir dieses Mal eine juvenile Vierstreifennatter mit der typischen Fleckenzeichnung jugendlicher Tiere. Der Höhepunkt des Tages war für uns zweifelsohne schon morgens klar, als wir eine Hornotter Vipera ammodytes meridionalis beim Sonnenbad überraschten, ebenfalls ein juveniles Tier. In einem gänzlich anderen Habitattyp als auf unseren vorherigen Griechenlandreisen fanden wir auf Korfu die Johannisechse Ablepharus kitaibelii fitzingeri. Kurz nach Mittag überraschte uns aus heiterem Himmel ein Hagelsturm, der jedoch durch den Fund einer Streifenringelnatter Natrix natrix persa wieder wett gemacht wurde. Starker Regen beeinträchtigt jedoch meist den Fotografen, so dass wir einen Großteil des Tages im Auto verbrachten. So sahen wir leider viele überfahrene Tiere und als sich das Wetter wieder besserte fanden wir lediglich die Arten, die wir schon am Vortag entdeckt hatten, jedoch um so interessantere Habitate, die wir auch in den kommenden Tagen noch einmal besuchen wollten. In einem dieser Habitate verbrachten wir den gesamten nächsten Tag. Wie um die vorherigen Regionen zu toppen kreuchte und fleuchte es hier überall... wir zählten alleine über 30 Testudo hermanni boettgeri. Die Griechische Landschildkröte kam hier in allen Größen vor, von ganz jungen Tieren mit einer Gesamtlänge von ca. 5 cm bis hin zu beeindruckend großen Exemplaren. Eines der Weibchen konnten wir bei Probegrabungen kurz vor der Eiablage beobachten. Insgesamt sahen wir größtenteils die Arten, die wir auch schon in den ersten beiden Tagen angetroffen hatten - dafür aber hier in großer Stückzahl. Auch konnten wir hier zum ersten Mal die Taurische Eidechse Podarcis tauricus ionica in aller Ruhe fotografieren. Viele Tiere konnten wir über den ganzen Tag beobachten, zum Beispiel zwei sich gemeinsam sonnende Lacerta t. trilineata Männchen und eine Elaphe q. quatuorlineata, die uns immer schon aus der Ferne kommen sah und sich verkroch, nur um sich dann kurz darauf wieder auf ihren Sonnenplatz zu wärmen. Ebenfalls gelangen uns nun Fotos der Eidechsennatter Malpolon monspessulanus insignitus. Um den Tag abzurunden besuchten wir in den Nachmittagsstunden die Hauptstadt Kerkyra. Dort soll es eine allochthone Population der Mauereidechse Podarcis muralis geben, wir fanden jedoch kein Tier dieser Art. Der vierte Tag begrüßte uns wieder mit Sonnenschein. Besondere Funde dieses Tages waren Europäische Sumpfschildkröten Emys orbicularis, juvenile und adulte Ringelnattern Natrix natrix persa und ein Kammmolch Triturus carnifex macedonicus. Auch heute konnten wir wieder eine Malpolon monspessulanus insignitus ablichten, dieses Mal ein Tier in der Häutung. Neben zahlreichen Eidechsen fanden wir beim fotografieren einer Blindschleiche Anguis f. fragilis ein sehr obskures Tier - eine Maulwurfsgrille mit Jungtieren. Diese war jedoch nicht zu überzeugen, für ein Foto stillzuhalten... Auch der fünfte Tag bescherte uns neben vielen Bekannten wieder eine neue Art: die Ostmediterrane Bachschildkröte Mauremys rivulata. Den Großteil des Tages widmeten wir jedoch dem Hardun und beobachteten die "Machtspiele" der dominanten Männchen. Interessant ist, dass diese Tiere an manchen Stellen unmittelbar zusammen mit Tauben vorkommen und keinerlei Scheu gegenüber den Vögeln aufweisen. Am folgenden Tag erkundeten wir eine Gegend, vor der uns Einheimische "warnten", weil dort so viele Schlangen vorkommen würden. Für uns ein Grund mehr, den Tag dort zu verbringen. Tatsächlich fanden wir hier die bisher größte Malpolon monspessulanus insignitus und mehrere Vipera ammodytes meridionalis, aber auch Pseudopus apodus thracius, die leider immer noch viele Griechen für Schlangen halten und deshalb tot schlagen... Ebenfalls bekamen wir hier die Kaspische Pfeilnatter Dolichophis caspius zu Gesicht; aber leider nicht vor die Linse. In einer anderen Gegend konnten wir am Nachmittag einen weiteren Vertreter der Wassernattern fotografieren: Würfelnattern Natrix t. tessellata in unterschiedlichsten Färbungsvariationen. Melanistische Tiere, wie sie aus dieser Region als häufiger beschrieben werden, waren jedoch leider nicht dabei Der vorletzte Tag führte uns wieder zu einer Region, die wir schon besucht hatten und dieses Mal konnten wir unsere Liste um eine weitere Art ergänzen. Nach stundenlangem Warten auf eine Balkan-Zornnatter Hierophis gemonensis, deren Kopf wir morgens aus ihren Versteck ragen sahen, zeigte sie sich letztendlich sogar für ein Foto. Im nächsten Habitat erweiterte sich die Artenliste noch einmal mit der Sichtung einer Leopardnatter Zamenis situla. Wie auch schon in vergangenen Reisen gelang es uns erneut nicht, diese schöne Natter zu fotografieren. Verärgert suchten wir den ganzen Rest des Tages verbissen im gleichen Habitat nach weiteren Zamenis situla, doch unsere Ausdauer wurde leider nicht belohnt. Enttäuscht machten wir uns auf den Rückweg zum Auto - und wie so oft wenn man schon die Hoffnung aufgegeben hat und eigentlich überhaupt nicht mehr damit rechnet wurden wir doch noch fündig. Nicht in den abgesuchten Habitaten, sondern direkt am Wegesrand lagen gleich zwei Leopardnattern nur wenige Meter voneinander entfernt, ein geflecktes und ein gestreiftes Tier! Und dieses Mal glückten sogar die Fotos. Somit konnten wir endlich eine offene Rechnung begleichen und den Tag zufrieden ausklingen lassen. Erfahrungsgemäß ist der letzte Tag unserer Urlaube immer mit einem spektakulären Fund gesegnet. So auch dieses Mal. Auf den Tipp einer Einheimischen besuchten wir ein neues Habitat. Dort solle es "riesige Schlangen" geben, wir fanden auch tatsächlich zwei sehr große Exemplare von Elaphe q. quatuorlineata und Malpolon monspessulanus insignitus. Viel interessanter war jedoch der Fund einer kleinen Schlange, nämlich einer juvenilen Katzennatter Telescopus f. fallax. Die Trugnatter kommt auf Korfu nicht häufig vor. Doch auch der letzte Tag ging schnell zu Ende. Insgesamt war diese Reise eine unserer artenreichsten. Und neben der Tierwelt hat Korfu auch landschaftlich und kulinarisch einiges zu bieten ;-)
Auch in diesem Bericht möchten wir keine detaillierten Angaben zu Verbreitungsschwerpunkten oder “Hot Spots“ machen. Die Anzahl der gesehenen Exemplare ist wie folgt gegliedert:
Gesehene Exemplare: Reptilien
Amphibien
Nicht gefundene Reptilien und Amphibien:
Corfu 2nd - 9th May 2009 Coming soon...
The quantity of the seen animals is classified as following
Observed species: Reptiles
Amphibians
Missed reptiles and amphibians:
We don’t want to give full details to the specific locations or “hot spots” in this report, too.
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